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Death Road Survivor
2016-11-29
by ErlebeDieWelt
Death Road Survivor
  •  Bolivia
Unser Abenteuer auf einer der gefährlichsten Straßen der Welt...
Was wäre schon ein Besuch in La Paz ohne die Berühmte Death Road gefahren zu sein. Ich rede davon mit dem Fahrrad und nicht dem Reisebus, den sicher schon jeder im YouTube fallen sah. Ich zählte mehr als 10 verschieden Touren-Unternehmen, welche in über 100 Reisebüros angeboten
wurden. Die Konkurrenz war stark und die Preise variierten zwischen 770 und 350 Bolivianos. Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich nach den billigsten orientiere und versuche das maximale heraus zu holen. So kostete uns die Tagestour pro Person 430, weil ich der Sicherheit halber doch nicht auf die Hydraulischen Scheibenbremsen verzichten wollte. :-/


Früh morgens um 07:30, nach einer fast schlaflosen Nacht und noch immer von Rückenschmerzen geplagt (Siehe Beitrag Isla del Sol) klopfte es bereits an der Zimmertür. Mit dem Polsterabdruck im Gesicht stolperte ich über Rucksäcke und Schuhe zur Zimmertür. Ich hatte mit einem verlaufenen Jungen der Partypeople (siehe Beitrag La Paz, Hostel) gerechnet und wollte ihm schon saures geben, aber was ich dann sah war kaum zu glauben.  Aus dem Pick-Up vor dem Hotel um 08:00 Uhr Bolivianischer Zeit wurde, vor dem Zimmer 30 Minuten vorher.  Wer hätte gedacht, dass sie damit eine ½ Stunde früher meinen.  Mit halb geschlossenen Augen zogen wir uns an, packten den Rucksack und stürmten in den Minibus, wo sich bereits die Helme und Schoner anderer Teilnehmer türmten.

Zum Glück dauerte die Fahrt auf den circa 4.700 Meter Hohen Startteil sehr lange, wodurch wir genug Zeit hatten um auf zu wachen. Oben angelangt war die Luft sehr dünn. Vielen konnte man ansehen, dass sie am liebsten schon abends in der nächsten Beiz über den Triumpf über die Death Road an stoßen würden. Leider stand da noch diese lange Downhill-Strecke bevor :-/ Innerhalb weniger Minuten montierten wir Regenhose, Jacke, Helm, Handschuhe,
Ellenbogen- und Knieschoner. Aus Sicherheitsgründen erklärten die Guides noch jedem persönlich, wie die Bremse funktioniert und schon konnte es losgehen.


Der erste Teil war zwar nicht die Death Road, aber dennoch sehr unterhaltsam. Es ging eine kurvenreiche & steile Straße entlang. Manchmal überholten wir sogar die Autos, doch der eigentliche Spaß stand uns noch bevor. Als die Strecke wieder etwas flacher wurde, luden wir die Fahrräder wieder auf und machen uns auf den Weg in Richtung Death Road. Nach einer kurzen Verschnaufpause und einer kleinen Stärkung, ging es weiter für die richtige Aktion.



Angekommen, ausgestiegen und einsatzbereit für die pure Action warteten wir auf den Startschuss. Und schon ging es los!!!


Dicht gefolgt von den Versorgungsbussen rasten wir los. Anfangs hielt sich die Death Road noch sehr gut in Grenzen. Es ging eine schmale einspurige Schotterstraße bergab. Der Wind blies mir im Gesicht, die Sonnenbrille lief an und an meiner linken ein Abgrund variierend zwischen 30 und wahrscheinlich 200 Metern.


Je länger wir fuhren, desto mehr veränderte sich die Landschaft und die Temperaturen schossen nach oben. Teilweise war alles sehr verwachsen, sodass der Abgrund gar nicht mehr zu sehen war und die Fahrt eher einer Sonntagsfahrt ins nächstgelegene Dorf ähnelte. Auch die Straßenverhältnisse änderten sich beinahe nach jeder Kurve. Was anfangs feiner Kies war, änderte sich zu Steinbrocken und wieder zurück. Etwas später prasselten von hoch oben 3 Wasserfälle direkt auf die Schotterstraße und erschwerten allen die Durchfahrt. Spätestens jetzt war jedem klar, warum wir eine komplette Regenmontur bekommen hatten.


Anfangs war die Warterei alle 30 Minuten auf den Rest der Gruppe nervend, doch spätestens nach 4 Stunden Gerüttel und Geschüttel waren alle darüber froh. Die Handflächen begannen trotz Handschuhe zu brennen. Was bewegliche Arme einst waren, hinderte nur noch daran die Lenkstange beim nächsten Loch zu küssen. Die Beine wurden weicher und das Ende war noch nicht in Sicht. Pure Action =) Die Freude, als wir dann endlich vollkommen unter der Regenkleidung nass geschwitzt nach 4-5 Stunden Downhill-Fahrt im Dorf an kamen, war die Freude allen ins Gesicht geschrieben.

Oben war es sehr kalt, worauf jeder seine lange Hose unter der Regenhose an behielt und bis zum Ende nicht mehr ausziehen konnte. Bei der Jacke wiederum ging es schnell genug, worauf alle sie nach und nach auszogen. Die Regenjacke mussten wir aber anbehalten. Immerhin hatte sie keine Ärmel, aber es fühlte sich dennoch an, als würde man eingepackt in einem Sack den Berg runter rasen. Tropische Temperaturen, die das schwitzen garantierten, bildeten sich unter der Kleidung. Wir bekamen in einem Hotel  1 ½ Stunden Zeit zum Duschen und uns über ein sehr mageres und teilweise kaltes Buffet her zu machen. Anschließend ging es mit dem Bus knappe 3 Stunden zurück nach La Paz. Dort beendeten wir den Tag mit einem wohlverdienten Drink.

Alles in allem war die Death Road etwas, was wir nicht missen möchten, aber auch vergleichbar mit diversen Mountainbike-Strecken in Österreich ist. Na klar bekommt man eine etwas andere Aussicht zu sehen und die Dauer ist länger, als jede Strecke, die ich in Österreich kenne. Allerdings kam mir alles irgendwie bekannt vor. Die Strecke, die Klippe, die grüne Landschaft und das viele Wasser. Insgesamt legten wir an diesem Tag mit dem Fahrrad 3,345 Höhenmeter auf einer Strecke von 64 Kilometer zurück. Während der kompletten Fahrt gingen 2 Mountainbikes kaputt. Bei einem riss die Kette und beim anderen funktionierte die Hintere Bremse nicht mehr richtig. Um die Strecke etwas zu entschärfen wurden manchmal Leitplanken angebracht. Unserer Meinung nach besteht, sofern man sich nicht als totaler Vollidiot benimmt keine Lebensgefahr.


Am späteren Abend konnten wir eine gratis CD mit den Fotos und Filmen der Guides abholen und bekamen noch ein T-shirt dazu.

Der Versuch, immer wieder abwechslungsweise mit Film und Fotos zu dokumentieren, war gut gemeint, aber der Großteil vom Material war Müll. Sie machten sich nicht einmal die Mühe schwarze, oder verschwommene Fotos vorher zu löschen, sondern brannten einfach alles auf eine CD. Was dabei heraus kam war eine CD voller Fotos vom Boden, Fahrrädern, verschwommenen Leuten, aber auch ein paar Landschaftsfotos. Wir hatten zwischendurch die Möglichkeit, ein par Fotos zu machen was unseren Beitrag noch ein bisschen retten konnte.Aus diesem Grund haben wir leider großteils nur Bildschnitte von Video´s und Fotos, statt einem kompletten Video. Ratet selbst, wer welche gemacht hat.  Nun ging es aber wieder gute 3 Stunden mit dem Auto zurück zum Hotel.


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Tags:
Death Road, Downhill, Fahrrad, Tour
Categories:
World Trip, Landscapes, Sport and Activities, Backpacking
Language:
Deutsch