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Marrakech – Streifzug durch die Bazare
2017-01-02
by Esthers_Travel_Guide
Marrakech – Streifzug durch die Bazare
  •  Morocco
Über meinen absoluten Lieblingsort könnt Ihr hier etwas erfahren!
Marrakesh, die „Perle des Südens“ oder auch die „Rote Stadt“ genannt, hat den Ruf, die schönste Stadt Marokkos zu sein. Sie liegt im Südwesten des Landes und hat etwa 1 Million Einwohner. Um einen Vorgeschmack auf Marokko zu erhaschen, ist diese Stadt unbedingt einen Besuch wert, zumal sie ein vielfältiges Programm zu bieten hat. Wer sich für den Orient interessiert, aber noch nicht recht weiß, wo es als erstes hingehen soll: Marokko ist definitiv ein guter Anfang!

 Die Anreise

Den kleinen Flughafen Menara kann man zwar auch mit einer Direktverbindung (z.B. ab Düsseldorf) anfliegen, allerdings stellen die Iberia Flüge über Spanien oftmals die günstigere Alternative dar. Vom Flughafen aus braucht man etwa 10-15 Autominuten in die Innenstadt, das Herz Marrakeshs. Dort wird einem direkt die 65 m hohe Koutoubia-Moschee aus dem Jahre 1157 ins Auge fallen, die das Wahrzeichen der Stadt ist.

Sie bietet den besten Orientierungspunkt der alten Innenstadt, der Medina (arabisch für „Stadt“). In diesem alten Stadtkern, um den die moderne Stadt drum herum errichtet wurde, befinden sich die meisten Anziehungspunkte für Reisende. Daher ist auch zu empfehlen, ein Hotel innerhalb oder in der Nähe der alten Stadtmauer auszuwählen, um alles bequem zu Fuß erreichen zu können. In direkter Nähe der Koutoubia liegen die berühmten orientalischen Souks (arabisch für“Markt“) Marrakeshs, die ihren Geruch nach Leder, Gewürzen und Orient verbreiten.

Die Bazare

Der große und auch sehr touristische Platz Jemaa el Fna (arabisch für „Die Versammlung der Toten“) ist stets gut besucht und bietet von Schlangenbeschwörern und Affendresseuren über Erfrischungsgetränke für 40 Cent (4 Dirham) und frischen Früchten alles, was man sich nur wünschen kann. Hier beginnt auch die unglaubliche Auswahl an Leder-, Kupfer- und Töpferwaren, Stoffen, Teppichen, Silber, Andenken und Babouchen, den typischen marokkanischen Ledersandalen.

Besonders empfehlenswert ist es, in einem der zahlreichen Cafés auf diesem Platz die schöne Aussicht zu genießen und einen echten marokkanischen Minztee zu trinken, der allerdings nicht mehr als 2€ (20 Dirham) kosten sollte. Da es im Hochsommer in Marokko bis zu 50 Grad und mehr werden können, bietet der Frühling in Marrakesh mit angenehmen 15-25 Grad eine gute Alternative zu solchen Temperaturen.

Verhaltenstipps

Betritt man den überdachten Bazar hinter dem Jemaa el Fna, der der schönste ganz Marokkos sein soll, so wird man feststellen, dass die Waren am Anfang wahllos zusammengewürfelt sind, im Herzen der Bazare dann aber jedem Handwerk sein eigenes Viertel zusteht. Seine Taschen und Wertgegenstände sollte man sowohl auf dem großen Platz, als auch in den kleinen Gassen der Bazare eng am Körper tragen. Auf dem Hauptplatz solle man am besten nicht die Affen, Schlangen oder Akrobaten fotografieren, dafür wird viel Geld verlangt.

Man sollte auch davon absehen, Wegbeschreibungen von jungen Männern anzunehmen, auch sie fordern viel Geld für ihre Auskunft. Generell ist es hilfreich, immer viele Münzen bei sich zu haben: Sei es als Trinkgeld für Zimmermädchen, Kellner oder eine Auskunft. Ideal ist es, zu zweit unterwegs zu sein, um sich sorglos in das Getümmel der Souks zu stürzen und die fremde und warmherzige Kultur Marokkos zu genießen. Marrakesh ist an Touristen gewöhnt und dementsprechend relativ liberal, dennoch sollte man sich aus Respekt etwas anpassen:

  • Angemessene Kleidung ist wichtig und von Vorteil: Vor allem Frauen sollten nicht allzu freizügig durch die Straßen und Märkte laufen. Zum einen wird es missbilligt, zum anderen tut man sich damit selbst keinen Gefallen
  • Da Marokko ein islamisch geprägtes Land ist, sollte Alkohol nur im Hotel oder in Restaurants und Bars konsumiert werden
  • Frauen und Männer, die nicht verheiratet sind, können in Marrakesh problemlos zusammen ein Zimmer finden, in anderen Städten und konservativeren Regionen kann man aber durchaus von Hotels abgewiesen werden, wenn man nicht den selben Nachnamen hat oder keine gültige Heiratsurkunde vorweisen kann
  • In der Öffentlichkeit sollte man als Pärchen generell davon absehen, zu viel Körperkontakt zu haben, auch er wird missbilligt

Das Handeln

Generell gilt: Auf dem Jemaa el Fna sind die Preise (abgesehen von den Saftständen) alle horrend. So bezahlt man dort für ein Henna Tatoo 20-50€, obwohl man es in den Seitenstraßen für 50 Cent (5 Dirham) bekommen kann. Auch alle Arten von Andenken kosten im Herzen der Bazare nur die Hälfte oder weniger. Was das einkaufen angeht, so ist knallhartes verhandeln angesagt!

Ein Händler macht auf touristischen Plätzen auch dann noch Gewinn mit seiner Ware, wenn er nur ein Fünftel des Preises bekommt, den er zuallererst verlangt hat. In den Seitenstraßen und Manufaktur-Vierteln kann man versuchen, den Händler etwa auf ein Drittel des Preises zu handeln. Es ist schwierig, sich nicht übers Ohr hauen zu lassen, aber in jedem Falle ist das Handeln eine Erfahrung wert.

Und so geht’s

  • Wenn man sich für einen Gegenstand interessiert, sollte man nie sofort zeigen, wie gerne man ihn haben möchte. Am besten ist es beiläufig zu fragen, wie viel er kosten soll
  • Der Händler wird niemals sofort den Preis nennen, sondern erst einmal auf Material und Qualität des Produktes eingehen und behaupten, man bekäme einen Freundschaftspreis. Man muss also erneut fragen
  • Sobald der Händler seinen Preis genannt hat, sollte man deutlich machen, dass der Preis unangemessen hoch ist (da Ihr als Touristen kommt, wird er das auch sein)
  • Wenn der Händler also behauptet ein Tasche würde 25€ (250 Dirham) kosten und man möchte nur 10€ dafür bezahlen, sollte man ihm als nächstes 5€ (50 Dirham) vorschlagen. Sagt man direkt 10, wird man am Ende mehr bezahlen müssen
  • Geht der Bazari auf das Geschäft ein, wird er sagen, 20€ sei sein Minimum. Wenn es gut läuft sagt Ihr 8, er sagt 15, Ihr sagt 10 und Ihr konntet Euren Preis durchsetzen
  • Viele Bazaris werden ungehalten darüber sein, von Euch so niedrige Preisvorschläge zu hören. Keine Sorge, das Handeln hat eine Jahrhunderte lange Tradition im Orient und gehört einfach dazu. Wenn man Einheimische beim Handeln sieht, wird man ähnlich empörte Verkäufer und Käufer beobachten können
  • Ist dem Verkäufer Euer Preis wirklich zu niedrig, wird das Geschäft nicht zustande kommen (ist Euch der Preis trotz Handelns zu hoch, gilt dasselbe)

Sehenswürdigkeiten

  • Die Medersa Ben Youssef, eine ehemalige Koranschule
  • Das Bab Agnaou, das schönste und ältestes Tor der Stadt
  • Der Jardin Menara, ein Olivenhain mit einem riesigen Wasserbassin
  • Der Palais de la Bahia mit seinen kunstvollen Mosaiken und Marmorverzierungen
  • Die Saaditengräber (Tombeaux saadiens), der ehemalige Garten der Kasbah-Moschee
  • Der Jardin Majorelle, ein botanischer Garten, der aber im Vergleich zu den durchschnittlichen Eintrittspreisen (1€, also 10 Dirham) mit 10€ recht teuer ist

Währung und Sprache

Die Währung des Landes ist der marokkanische Dirham (MAD), den man zum Überschlagen grob durch 10 teilen kann, um den Euro Preis zu errechnen (10 Euro = 108 Dirham). Mit großen Scheinen kommt man oft nicht weit, deshalb sind Münzen und kleine Scheine am praktischsten, ganz selten kann man auch in Euro bezahlen. Das Geld sollte man am besten erst in Marokko wechseln und zwar in der Stadt, nicht am Flughafen. Dort erhält man den besten Wechselkurs.

So gut wie jeder Marokkaner spricht außer seiner 1. Muttersprache auch fließend Französisch. So kommt man mit Französisch und auch Spanisch in Marokko ziemlich weit, auf gute Englisch-Kenntnisse kann man sich (außer bei Menschen, die jeden Tag mit Touristen zu tun haben), leider nicht verlassen.

Wichtige Phrasen

  • Vielen Dank (franz. merci beaucoup/ arab. schukran ketir)
  • Gern geschehen (franz. de rien/ arab. afuan)
  • Guten Tag/Hallo (franz. bonjour/ arab. marhaba)
  • Auf Wiedersehen/Tschüss (franz. au revoir/ arab. masalama)
  • Nein-Nein Danke (franz. no-no merci/ arab. la-la schukran)
  • Ja-Ja Bitte (franz. oui- oui merci/ arab. eiwa-eiwa schukran)

Ourika Valley

Falls man nach einem 2- oder 3-tägigen Aufenthalt in Marrakesh das Gefühl hat, das facettenreiche Angebot gesehen zu haben und noch Lust auf eine andersartige Erfahrung hat: Die Reise von Marrakesh ins Ourika Valley, die pro Person bei 20€ (200 Dirham) liegt und einen in das Gebirge des Hohen Atlas bringt, ist sehr zu empfehlen. Ourika Valley liegt etwa 2 Autostunden von Marrakesh entfernt.

Die Ganztages-Tour wird von vielen Anbietern in der Stadt angeboten und führt einen über eine Arganöl-Manufaktur, ein traditionelles Berberdorf, in dem Tee und Brot serviert wird und eine Aussichtsplattform in ein Tal, das durch seine Wasserfälle berühmt geworden ist. Bei diesem Ausflug sollte man an gutes Schuhwerk denken und von einem Rock oder Kleid absehen. Wenn man das Mittagessen von Anfang an dazu bucht (25€), kann man sich im Restaurant vor Ort einiges an Geld sparen.

Preisempfehlungen

  • Eine Kutschfahrt mit Pferden von 10-15 Minuten sollte nicht mehr als 5€ (50 Dirham) kosten
  • Auch für einen Ausritt auf einem Kamel sollte man für 10 Minuten nicht mehr als 10€ (100 Dirham) bezahlen
  • Sehr zu empfehlen sind die Lederarbeiten auf den Souks, Rucksäcke kann man für 20-25€ finden (200-250 Dirham), kleine Ledertaschen für 10-15€ und Aktentaschen für 25-30€
  • Wer abends in ein chiceres Restaurant ausgehen möchte, sollte mit 20-30€ (200-300 Dirham) pro Person rechnen, es gibt aber auch viel preiswertere Lokale, in denen man mit 10€ pro Person gut hinkommt
  • Tücher aus guten Stoffen sind im Herzen der Bazare für 1€ (10 Dirham) zu finden, weiter draußen werden dafür oft 20-30€ (200-300 Dirham) verlangt

Essen

Wer in Marrakesh essen geht, sollte in jedem Fall Couscous und Tajine probieren: Nationalgerichte, die es in unterschiedlichen Ausführungen gibt und die in einem spitzkegeligen Tongefäß im Ofen gekocht werden. Traditionell wird die Tajine mit Gemüse, Fleisch und Pflaumen oder Rosinen gegessen, man kann sie aber auch mit Kartoffeln, Bohnen, Dattel, Kürbis und in vegetarischen Varianten finden.

Die Preise hängen dabei ganz vom Restaurant ab, eine gute Tajine muss nicht mehr als 3€ (30 Dirham), kann aber bis zu 25€ kosten. Süßer Minztee, der einem aus Gastfreundschaft in Geschäften oder an Ständen angeboten wird, kann ohne Bedenken angenommen werden. Meistens bekommt man auch nach Mahlzeiten in Restaurants oder Cafés einen Tee auf Kosten des Hauses.

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