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Projektbesuch: Die Näherinnen von Mathare
2016-12-14
by photoglobo
Projektbesuch: Die Näherinnen von Mathare
  •  Kenya
Junge Menschen ohne sozialen Rückhalt, alleinerziehend oder nach Rehabilitation nach Drogenkonsum habe es schwer in der Arbeitswelt Fuss zu fassen. Besonders in Afrika. Dieses Projekt bietet eine Ausbildung als Näherin an, als Brücke zum Arbeitsmarkt. Mit einigem Erfolg, will man den Manager glauben.
Am Rande des Slums von Mathare, nördlich von Nairobi, biege ich in eine enge Gasse ein. Am Ende steht ein Parkwächter, der mich in eine Lücke einweist und uns verrät, dass wir erwartet werden. Barbara arbeitet in Nairobi für eine NGO und nimmt mich auf ihren Besuch dieses Projektes mit. 



Geduldig erzählt uns Titus, einer der Manager, die Entstehung des Projektes und wie es aufgebaut ist. Im Prinzip geht es darum, Mädchen, die keine sozialen Strukturen haben, drogenabhängig waren oder alleinerziehend ohne Hilfe sind, zu einer Ausbildung für die Zukunft zu verhelfen. Erst vor Kurzem wurden sieben Absolventinnen des Näherinnenkurses von einem grossem Kleiderhersteller angestellt, erzählt uns Titus nicht ohne Stolz. Während er Barbara detaillierte Angaben macht, gucke ich mich im geräumigen Büro um. Die Schreibtische sind voll mit Formularen und Ordner, bunt genähte Stofftaschen hängen über den Stühlen. Still gehen die Mitarbeiter ihrer Arbeit nach, beraten sich kurz über ihre Arbeitsplätze hinweg, um danach wieder auf den eigenen Computer zu konzentrieren. Einige Sticker von NGO's zieren die Fenster, die zum Slum hinaus gehen. Arbeitspläne, Richtlinien und eine Tafel, die das Betragen der Teilnehmerinnen mit positiven oder negativen Punkten bewertet.

Es ist Mittagspause als wir in die oberen Stockwerke geführt werden. Das Treppenhaus ist voll mit Mädchen, die uns neugierig und kichernd beobachten. Die Bibliothek ist dagegen leer. Einige Lehrbücher stehen in den Regalen. Titus erklärt das Ausleihverfahren, während von draussen Musik hineindringt. Eine Tanzklasse hat gerade begonnen.



Geschäftigkeit herrscht auch im Nähraum. Nähmaschinen verschiedener Marken
stehen geordnet und mit Stoffe beladen herum. Im Hinterraum markieren und schneiden drei Frauen Textilien zu. Geschickte Hände bewegen die Materialien in allen Richtungen, bringen neue Formen heraus und verbinden sie zur Einheit. Noch ist für mich gar nicht erkennbar, was das Endprodukt ergeben soll. Dann werden wir aufgeklärt. Sie produzieren textile Damenbinden für den mehrfachen Gebrauch. Trotz der Versicherung der Näherinnen, es lasse sich sauber waschen, bleibe ich skeptisch ob es sich auch bei kalter Wäsche hygienisch einwandfrei vertreten lässt.

    





Zuoberst auf der Dachterrasse löffeln Kleinkinder die letzten Bissen Essen hinunter. Während die Köchin mit Hilfe der grösseren Mädchen bereits das Geschirr gewaschen hat. Als sich Barbara mit ihrer Kamera zeigt posieren sich sofort Kinder für Portraits. Einige Jungs scheint der Rummel nicht zu kümmern. Sie stecken ihre Köpfe in einer Ecke zum Kartenspiel zusammen. Als wir das Gebäude Verlassen ist die Tanzklasse noch immer in voller Aktion.







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Tags:
afrika, kenya, ngo, hilfe, näherin, nairobi, hilfsprojekt, entwicklungshilfe
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World Trip, City, Cultures, Health
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Deutsch