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No Shit: Hollywood in Nairobi!
2016-12-09
by photoglobo
No Shit: Hollywood in Nairobi!
Die Einladung zu einem Filmdreh in Nairobi entpuppte sich als echte Hollywoodproduktion. Mit Blick hinter die Kulisse und als Komparse durfte ich bei einer Szene hautnah dabei sein...
Eigentlich war ich bei einem Umtrunk bei einem Botschaftsangestellten eingeladen, als mich die Anfrage erreichte, bei einem Filmdreh als Komparse mitzuwirken. Nach einiger Überlegung sagte ich beim Umtrunk ab und dem Filmteam zu. Als ich mit der Freundin, die mir diese Rolle besorgte, das eindrückliche Gebäudekomplex des Kenyatta International Convenient Centre (KICC) betrat, war die Reinigungsequipe in den leeren Fluren zugange.
Über Treppen und Gänge fanden wir in einen runden Kongresssaal, wo der Dreh stattfinden soll. Ein paar Statisten sassen verstreut und verloren in den Sitzen, harrend der Dinge, die da kommen mögen. Keine Kameras, keine Scheinwerfer, kein brüllendes Filmteam oder Regisseur mit Megafon sichtbar. Einzig eine beschäftigte Dame, die Zettel verteilte. Es waren die Verträge für Komparsen, die sicher stellten, das alle Rechte beim Filmteam bleiben, wir dafür eine Entschädigung bekommen. Zu meinem Erstaunen erfahre ich, dass es sich hier nicht um eine billige, lokale TV-Soap handelte, sondern eine Hollywoodproduktion, die bereits für diese Science Fiction an verschiedenen Teile der Erde drehte. 


Das Filmteam verspätete sich. Dafür gab's erst mal Kaffee und Sandwich auf Kosten von Hollywood. Danach wird eingekleidet und ich kriege einen schicken Anzug inklusive Krawatte. Nach Jahren eines krawattenlosen Daseins, überlasse ich das Binden der Profis. Widerwillig muss ich zugeben, das mir die Krawatte mit zugehörigem Anzug nicht unangenehm ins Auge fällt. Ich ertappe mich sogar beim Gedanken, mir "sowas" zuzulegen, falls sich die Einladung eines Botschafter-Umtrunk wiederholt. 


Das Filmen an sich war dann zeitraubend und wiederholte sich zig mal. Die etwa 30 versammelten Statisten werden in einige Reihen gesetzt, werden gebeten beschäftigt zu wirken, um dann auf Kommando einige Hände zum Zeichen einer imaginären Zustimmung zu heben. Diese Prozedur wiederholt sich für die nächsten zwei bis drei Stunden in allen Sitzen und Reihen, bis in der Kamera den ganzen Saal erfasst hat. Die zusammengefügten Bilder sollen dann aus uns 30 Komparsen etwa 300 (Film-)Parlamentarier machen. 

Wenn ihr irgendwann im Kinoprogramm von einem neuen Hollywoodstreifen über einen Science Fiction mit geklonten, bzw künstlichen Menschen lest, geht hin und guckt genau in die Reihen in der Parlament-Szene: Da irgendwo hebe ich selbstbewusst und zustimmend meine Hand, ...und weiss nicht mal wofür. Ganz wie im richtigen Leben mit richtigen Parlamentarier :-P
(mehr Bilder auf https://renebauer.wordpress.com/2016/12/09/no-shit-hollywood-in-nairobi/ )

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Tags:
travel, nairobi, hollywood, filmmaking, filmdreh, reportage, sciencefiction, kinofilm, stadt, Stadtabenteuer, citylife, nachtleben
Categories:
City, Cultures, Road Trip, Traveling Solo, Digital Nomadic Life
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Deutsch