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Ruanda's Genozid Gedenkstätte
2017-02-04
by photoglobo
Ruanda's Genozid Gedenkstätte
  •  Rwanda
Die Jahrzehnte anhaltende Konflikte zwischen den Hutus und Tutsis gipfelte 1994 in einem Völkermord an den Tutsis. Die Genozid-Gedenkstätte in Ruandas Hauptstadt Kigali erinnert und mahnt an diese schrecklichen Jahre des Terrors.
Die Jahrzehnte anhaltende Konflikte zwischen den Hutus und Tutsis gipfelte 1994 in einem Völkermord an den Tutsis. Die Genozid-Gedenkstätte in Ruandas Hauptstadt Kigali erinnert und mahnt an diese schrecklichen Jahre des Terrors.

An der Einfahrt zur Gedenkstätte stoppen Sicherheitsleute meinen Landrover. Mein Begleiter und ich müssen aussteigen und werden auf Waffen durchsucht. Erst dann dürfen wir passieren und den Wagen auf dem Parkplatz abstellen. 





Eine adrett gekleidete, junge Frau begrüsst uns an der Rezeption. Mit einem einladendem Lächeln erklärt uns der Aufbau der Gedenkstätte und dass Fotografieren innerhalb des Museumsgebäude eine Gebühr von 20 US$ mit sich zieht, ausser-halb jedoch frei fotografiert werden kann. Das schwache Licht drinnen reicht eh kaum für gute Fotos, somit spare ich mir das Geld. 
Der Raum hinter dem Empfang ist bestuhlt. Neuankömmlingen werden gebeten Platz zu nehmen. Ein zehnminütigen Film wird als Einführung vorgeführt, umreisst die Geschichte ruandischer Ethnien und zeigt einige Augenzeugenberichte von Überlebenden. Bereits hier sträuben sich die Haare über den unvorstellbaren Terror, die diese Menschen durchgemacht haben. 



Im eigentlichen Museum werden in Bildwänden, Beschreibungen und kurzen Videos die Geschichte der Ethnien und der Wechsel ihre Gesellschaftsstrukturen aufgezeigt. Die Monarchien vor der Kolonisation, als Tutsis mehrheitlich Viehzucht betrieben und Tutsis als Ackerbauer galten. Während der deutschen Kolonialzeit übertrugen die Kolonialherren ihre zu anfangs 20.Jahrhundert aufkommende Rassentheorie auf die Volksstämme in Ruanda und bevorzugten die "europäischeren" Tutsis. Den "negriden" Hutus wurden Schulbildung und höhere Ämter erschwert, bzw ganz verweigert. Als das Land unter das belgisches Mandatsgebiet fiel, hielten die neuen Führer diese ethnische Trennung aufrecht. Bereits vor der Unabhängigkeit Ruandas, im Jahr 1962, kamen immer wieder Gewaltausbrüche und Vergeltungsakte gegen Tutsis vor. 
Die Hutus drehten den Spiess um und verfolgten die Tutis erbarmungslos. Die Auslöschung des verfeindeten Stammes wurde von langer Hand geplant und nach der Ermordung des Präsidenten Habyarimana, am 6. April 1994, umgesetzt. In der Folge werden etwa eine Million Tutsis systematisch ermordet, und viele mehr verfolgt, gefoltert, vergewaltigt und misshandelt. Die Ausstellung zeigt schockierende Bilder aus dieser Zeit, aber in der nächsten Sektion auch die Aufarbeitung der Grausamkeiten.


Benommen von den ganzen Eindrücken und schrecklichen Bilder komme ich aus dem Museum und spaziere gedankenverloren durch die terrassierte Anlage. Unter Betonplatten fanden hier zehntausende ihre letzte Ruhestätte. Und noch immer werden im Lande Gebeine aus der Zeit des Genozids gefunden und hier niedergelegt. Einige Tafeln erinnern an die Namen der Opfer und mahnen diese dunkle Geschichte nie wieder wiederholen zu lassen.

Im kleinen, schön angelegten Rosengarten blühen einige wenige Rosenblüten. Sie geben Hoffnung, dass trotz aller Dornen der Vergangenheit, eine blühende Zukunft möglich ist.


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Tags:
travel, afrika, ruanda, kigali, genozid, mahnmal, gedenkstätte, hutu, tutsi, ostafrika, geschichte
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World Trip, City, Sights, Cultures, Road Trip
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Deutsch